Visualisierungsregeln Teil 1: 10 Glaubenssätze, die sie über Bord werfen sollten

Bedeutung, Erkennbarkeit und das spannende Verhältnis zwischen Wort und Bild – darum geht es beim Visualisieren. Wer die wichtigsten Visualisierungsregeln kennt und weiß, welche Alltagsweisheiten und Glaubensgrundsätze man über Bord werfen darf, kann seine Anliegen leichter in visuelle Sprache übersetzen.

Visualisierungsregeln Teil 1:


Je einfacher, desto besser?

Nicht unbedingt. Natürlich können Sie versuchen, die Welt in drei Strichen zu erklären – wenn Sie dem Betrachter damit auch wirklich einen Erkenntnisgewinn bieten. In der Regel gehört die Balance zwischen notwendiger Datenmenge und möglicher Einfachheit aber zu den größten Herausforderungen beim Visualisieren. Albert Einstein soll einmal gesagt haben: „Mache die Dinge so einfach wie möglich – aber nicht einfacher.“ Je nach Kontext und Thema reichen also manchmal wirklich drei Striche – manchmal müssen es mehr sein.

wichtige visualisierungsregeln - nicht zu einfach


Je kreativer, desto besser?

Es kommt darauf an. Wenn Sie etwas Komplexes erklären möchten, ist es häufig besser, die einfachsten und gängigsten Piktogramme zu verwenden: Herz = Liebe, Gewitterwolke = Streit. Besonders originell ist das nicht, wird aber sofort verstanden. Wenn Sie für eine Präsentation einen Überraschungseffekt brauchen, kann eine ungewöhnliche visuelle Übersetzung natürlich wirkungsvoller sein.


Jeder Inhalt muss bebildert werden?

Nein. Die Aufgabe von Piktogrammen ist, Inhalte zu verdeutlichen und Orientierung zu schaffen – wie Schilder im Straßenverkehr. Aber je mehr Hinweisschilder am Straßenrand stehen, umso weniger achten Sie als Autofahrer auf jedes Einzelne. Genauso sind Piktogramme visuelle Anker, die nur dann Orientierung schaffen, wenn man sie punktgenau platziert.


Jedes Piktogramm hat eine bestimmte Bedeutung?

Nein. Jedes Piktogramm hat die Bedeutung, die Sie ihm geben – und oft ergibt diese sich erst aus dem Kontext. Eine Glühbirne kann zum Symbol für neue Ideen werden oder den Energieverbrauch eines Haushalts darstellen – je nachdem, wo sie zum Einsatz kommt. Weil das so ist, braucht jedes Piktogramm das geschriebene oder gesprochene Wort, das für Eindeutigkeit sorgt.

wichtige visualisierungsregeln - symbolen bedeutung verleihen


Visualisierung ist eine Weltsprache?

Vorsicht! Jede Kultur hat ihre eigenen visuellen Codes. Auch innerhalb Ihres eigenen Kulturkreises sollten Sie nicht zwingend davon ausgehen, dass jeder aus Ihren Bildern das herausliest, was Sie hineingesteckt haben. So fragten uns unlängst asiatische Trainingsteilnehmer beim Kaffeetassen-Piktogramm (s.o.): „Warum schweben die drei Nudeln aus der Schüssel heraus?“ Natürlich wächst die visuelle Sprache durch die Globalisierung weiter zusammen. Meist ist es dennoch ratsam, mit Text Eindeutigkeit zu schaffen.


Mehr über die wichtigsten Visualisierungsregeln lesen Sie im Kapitel 1 von „UZMO – Denken mit dem Stift“, dem bikablo® Praxisbuch. Dort erfahren Sie auch, wie Sie vom Inhalt zum Bild gelangen, wie Bedeutung entsteht und welche Methoden Sie beim Visualisieren am besten unterstützen.


Teil 2 der Visualisierungs-Glaubenssätze hier!


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